Mit Glitzer und Drachen durch die Nacht

Es war einmal eine Frau, die das System gut kannte. Vielleicht zu gut. Sie hatte zu viele Meetings gesehen, zu viele Powerpoints ertragen, zu viele Menschen verloren, die einfach nur sie selbst sein wollten. Die anderen nannten sie Lieschen – sie nannte sich manchmal Chaosqueen, wenn das Leben sich wie ein Märchen anfühlte, das falsch abgebogen war.

Statt zu kämpfen, fing sie an zu tanzen. Aber nicht, weil sie fliehen wollte – sondern weil sie wusste: Wer tanzt, kann das System nicht mehr ernst nehmen.

Sie fiel tief. In Höhlen voller Staub und alter Geschichten. In Bilanzen voller Opfer. In Aktenordner mit goldenen Siegeln. Und dort unten traf sie ihn: den Drachen.

Der war nicht böse. Nur müde. Und ein bisschen überdramatisch.

Sie schauten sich an. Er schnaufte. Sie grinste. Er fauchte. Sie glitzerte. Und irgendwann fragte er: „Willst du mich töten?“ Und sie sagte: „Nee. Aber willst du vielleicht mitkommen?“

Und so begann die Reise zurück. Nicht mit Schwertern. Sondern mit Diskokugeln, Erinnerungen und einer Playlist voller rebellischer Popsongs.

Die Königin war not amused. Der Prinz hatte keine Ahnung. Die Stiefmutter weinte – vor Rührung. Und die kleine Schwester fragte: „Kann der Drache auch tanzen?“ (Spoiler: Ja, aber ein bisschen unbeholfen.)

Am Ende brannte das Schloss nicht ab. Es wurde einfach umfunktioniert – zur intergalaktischen Rabbit Lounge mit FutureLab-Anbau und veganer Bar.

Und Lieschen? Sie baute Räume. Für Menschen. Für Geschichten. Für Glitzer. Und immer lief irgendwo gute Musik.

Denn manchmal, wenn man nicht weiß, wie man das System repariert, ist Tanzen mit einem Drachen vielleicht genau das Richtige.

ENDE. (Oder: Lass den Beat nie enden.)

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