Neil Perry,
du warst kein Rebell mit Faust –
sondern mit Vers.
Du hast dich nicht gegen das System gewendet,
du hast dich für dich entschieden.
Du hast nicht geschrien –
du hast gespielt.
Und in deinem Spiel
war mehr Wahrheit
als in tausend Gehorsamsakten.
Du warst Licht – nicht weil du perfekt warst,
sondern weil du es gewagt hast zu leuchten,
obwohl man dich gelehrt hatte, zu funktionieren.
Dein Lächeln,
wenn du den Puck sprichst,
war keine Pose.
Es war Entladung.
Es war der Körper, der sagte:
„Hier bin ich. Und das war immer in mir.“
Du warst kein Schauspieler.
Du warst Wahrheit in Maske.
Maske nicht zum Verstecken –
sondern zum Erlauben.
Du hast einen Raum geöffnet.
Nicht nur in der Höhle.
Nicht nur im Club.
Sondern in uns.
Einen Raum,
in dem ein junger Mensch
sagen darf:
„Ich bin das, was in mir ruft. Nicht das, was man erwartet.“
Du hast die Bühne geweiht.
Nicht als Ort der Eitelkeit,
sondern als Altarschrein der Selbstwerdung.
Du hast die Fesseln nicht gesprengt –
aber du hast uns gezeigt,
dass man fliegen kann,
auch mit zitternden Flügeln.
„Lord, what fools these mortals be!“
Dein Puck lachte –
aber du meintest uns.
Die, die nicht sehen konnten,
was du wirklich warst.
Neil Perry.
Dein Licht war nicht zu hell.
Es war nur zu früh.
Zu wahr für ein System,
das sich selbst nicht sehen will.
Aber wir sehen dich.
Noch heute.
Noch immer.
Und mit jedem, der sich traut,
ein Gedicht zu schreiben,
eine Bühne zu betreten,
einen Vater anzusehen,
der nicht hören will –
lebst du weiter.