Ein Kommentar zur sicherheitspolitischen Blindstelle unserer Zeit
Im Spannungs- oder Verteidigungsfall lesen Sie das Grundgesetz – besser jetzt schon, um es gar nicht erst soweit kommen zu lassen.
(Anmerkung der Redaktion: 🥱🙄)
Die WELT hat mal wieder gefragt, was deutsche Soldaten dürfen, wenn Russland angreift.
Nicht: Wie verhindern wir diesen Angriff?
Sondern: Was dürfen wir dann noch rechtlich tun – und wer gibt das Go?
Eine berechtigte Frage – in einem Land, in dem die parlamentarische Kontrolle über Militäreinsätze zu den heiligsten Errungenschaften gehört. Aber sie ist auch ein Symptom.
Ein Symptom dafür, dass unsere Vorstellungskraft gekapert wurde.
Denn während wir akribisch die Szenarien des Schreckens durchrechnen, stellen wir kaum noch die Frage nach ihrer Vermeidbarkeit.
Wir diskutieren Panzerlieferungen, Truppenverschiebungen, Bündnisrecht –
aber kaum jemand fragt:
Was müsste eigentlich passieren, damit es gar nicht erst so weit kommt?
Was würde es bedeuten, Frieden strategisch zu denken, nicht nur als Sonntagsrede?
Was, wenn Sicherheit nicht aus Stahl, sondern aus Vertrauen gebaut würde?
Wir brauchen nicht nur mehr Waffen – wir brauchen mehr Fantasie.
Mehr Mut, alte Spielregeln zu hinterfragen.
Mehr journalistische Beiträge, die nicht „Was wäre wenn…?“ mit einem Gegner durchspielen,
sondern „Was wäre, wenn wir nicht mehr mitspielen?“
🌀 Rabbit-Frage des Tages:
Wer verdient daran, dass du dir Frieden nicht mehr vorstellen kannst?
🪐 Mehr Gedanken wie diesen findest du in meinem Rabbit-Blog.
Oder anders gesagt: Willkommen im Kaninchenbau von Lieschen Müller –
wo man nicht wartet, bis es knallt,
sondern fragt, warum es überhaupt so weit kommt.
