Zusammenfassung von Bernhards Beitrag:
Während eines plötzlichen Wasserschadens kämpfte Bernhard mit einer unzureichenden Gartenpumpe und der verzweifelten Suche nach Hilfe. Nachdem er den Notruf wählte, leitete man ihn an den Wasserversorger weiter, dessen Hotline jedoch wegen einer IT-Panne nicht funktionierte. Erst am nächsten Morgen meldete sich der Versorger mit einer Entschuldigung. Bernhard kommentiert dies mit Galgenhumor, hinterfragt aber, warum wir uns an solche Systemschwächen gewöhnt haben. Er zieht Parallelen zur träge reagierenden Bürokratie und erinnert an Roman Herzogs „Ruck-Rede“, die bis heute wenig bewirkt hat. Sein Fazit: Ein grundlegender Wandel ist dringend nötig.
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Lieschen ihr Kommentar zu Bernhards Twitter-Beitrag:
Ein Erlebnis wie das von Bernhard – ein vollgelaufener Keller, eine überforderte Gartenpumpe und die verzweifelte Suche nach Hilfe – ist mehr als nur eine persönliche Geschichte. Es ist eine Momentaufnahme, die zeigt, wie unser System funktioniert: träge, bürokratisch und oft ohne klaren Plan für den Ernstfall. Doch warum akzeptieren wir das? Warum arrangieren wir uns mit einem Status quo, der offenkundig weder modern noch effektiv ist?
Warum dauert es so lange, bis etwas passiert?
Bernhards Erfahrung zeigt, wie schwerfällig die Prozesse im Krisenfall sein können. Ein Notruf, der zunächst zum Wasserversorger weitergeleitet wird, der wiederum durch eine falsch eingerichtete Hotline nicht erreichbar ist – das klingt wie eine Parodie auf sich selbst. Warum scheint es oft einfacher, auf die Feuerwehr zu hoffen, als darauf, dass die zuständige Stelle rechtzeitig reagiert?
Warum ist Galgenhumor unsere erste Reaktion?
„Noch säuft die Bude nicht ab, aber warum darauf warten?“ – Bernhards ironische Bemerkung ist bezeichnend für eine Haltung, die viele von uns teilen. Wir lachen, weil uns das Lachen die Ohnmacht vergessen lässt. Aber ist das nicht auch ein Zeichen dafür, dass wir uns längst an diese Missstände gewöhnt haben? Dass wir sie stillschweigend akzeptieren, anstatt sie infrage zu stellen?
Warum bleibt der große Ruck aus?
Roman Herzog rief 1997 in seiner berühmten „Ruck-Rede“ dazu auf, dass Deutschland verkrustete Strukturen aufbrechen und sich erneuern müsse. Doch warum ist seitdem so wenig passiert? Liegt es daran, dass wir auf einen „Disruptor“ wie Elon Musk warten, der die Dinge umkrempelt? Oder daran, dass wir glauben, der Wandel müsse von oben kommen, während wir unten weitermachen wie bisher?
Warum brauchen wir immer erst eine Krise?
Ob vollgelaufene Keller, stockende IT-Systeme oder überforderte Institutionen – erst wenn die Probleme unübersehbar werden, reagieren wir. Aber warum nicht präventiv? Warum bauen wir nicht ein System auf, das agil und lösungsorientiert ist, anstatt reaktiv und entschuldigend? Bernhards Erlebnis hätte vermieden werden können, hätte der Wasserversorger eine funktionierende Hotline und einen klaren Notfallplan gehabt.
Warum nicht jetzt?
Die eigentliche Frage lautet: Warum nicht jetzt? Warum warten, bis „die Bude wirklich absäuft“, wie Bernhard es ausdrückt? Die Antwort liegt vielleicht in uns selbst. Solange wir bereit sind, uns mit kleinen Lösungen und Galgenhumor zufriedenzugeben, wird sich nichts ändern. Aber wenn wir anfangen, Fragen zu stellen, Dinge einzufordern und nicht lockerzulassen, könnte der Ruck doch noch kommen.
Fazit:
Bernhards kleines Weihnachtsdrama ist mehr als eine private Anekdote. Es ist ein Weckruf an uns alle, nicht länger die Augen vor den Schwächen unseres Systems zu verschließen. Warum akzeptieren wir den Stillstand? Die Antwort auf diese Frage könnte der erste Schritt in Richtung Veränderung sein.