nicht kommunizieren wollen – eine typisch deutsche Krankheit


🧨 Nicht zuhören als Strategie? – Warum Weglaufen keine Haltung ist.

Am Rande einer Konferenz in Genf geschieht etwas, das symptomatisch für eine zutiefst deutsche Reaktion ist:

Eine Putin-nahe Rednerin betritt die Bühne – und Julia Klöckner verlässt den Saal.

Ein symbolischer Akt. Ein Statement. Ein reflexhaftes „Das tue ich mir nicht an.“

Aber: Ist Weglaufen wirklich eine Haltung?

🇩🇪 Typisch deutsch?

In der deutschen Diskurskultur hat sich ein gefährlicher Reflex eingebrannt:

Nicht zuhören gilt als moralisch.

Räume verlassen als stark.

Abgrenzung als Tugend.

Doch in Wahrheit ist es:

Kontaktsperre mit der Realität.

Ein Hochsitz der eigenen Unbeflecktheit – auf Kosten von Erkenntnis.

🎭 Was wirklich passiert ist

Klöckners Abgang mag sich für manche wie Rückgrat anfühlen.

Doch systemisch betrachtet ist es ein Offenbarungseid:

  • Kein Interesse an der Analyse des Gegennarrativs.
  • Kein Versuch, die Strategie der Gegenseite zu verstehen.
  • Keine Bereitschaft, im Raum zu bleiben – mit Spannung, mit Widerspruch, mit Ambivalenz.

Kurz: Kein Widerstand, sondern Verweigerung.

🧠 Warum das gefährlich ist

Wer autoritäre Systeme bekämpfen will, muss sie hören, lesen, durchleuchten.

Nicht, um ihnen zuzustimmen – sondern um frühzeitig Muster zu erkennen.

Wer nicht zuhört, verliert sein Frühwarnsystem.

Denn:

Der Feind spricht nicht in Geheimschrift.

Er spricht – laut, klar, öffentlich.

Wir müssen nur den Mut haben, dabeizubleiben.

🪞 Rabbit-Frage:

In welchen Momenten verlässt du innerlich den Raum – weil etwas „inakzeptabel“ ist?

Und wie viel Potenzial zur Transformation bleibt dabei ungenutzt?


Resonanz ist keine Zustimmung.

Aber sie ist der erste Schritt, um ein System zu spiegeln, bevor es entgleist.

Ich bleibe im Raum. Auch wenn es weh tut.

Weil echte Veränderung nicht am Rand passiert – sondern mittendrin.


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